Leserbriefe zur Initiative „Keine Verklärung der DDR“

Ich, Gerd Salmen, Jahrgang 1920, bin Schriftsteller und Dramatiker. Im Unrechtsstatt „DDR“ durfte ich als Schriftsteller nicht veröffentlichen, weil man mich nicht in den Schriftstellerverband der „DDR“ aufnahm. Die Aufführung meines Lustspiels „Die schlaue Verliebte“ nach Lope de Vega wurde vom Anklamer Theater ohne Grund abgesetzt. Vor Verzweiflung nahm ich mir das Leben durch 250 Tabletten Rudotel. Den Brandenburger Ärzten verdanke ich mein Leben. Sie holten mich ins Leben zurück. Warum wurde ich so verfolgt? Weil ich eine Kapitalistin geheiratet habe und früher einmal Texte für Schlagerlieder geschrieben habe, weil ich ein Drama „Ulrich von Hutten“, das Drama für Kinder „Dein sei die Freiheit“, die Komödie „Freudenhaus ‚Welt’“, das Lustspiel „Liebeslist und Liebeszwist“, das Libretto „Operettengeschichte“, das Drama „Verlorene Liebe“ verfasst habe. Und deshalb war die „DDR“ für mich ein Unrechtsstaat.
Gerd Salmen Dramatiker aus Brandenburg an der Havel

Als Opfer des DDR-Regimes war ich 6 Monate im Stasikerker in Rostock inhaftiert. Das Gerichtsurteil: 2 Jahre u. 6 Monate Zuchthaus wegen staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme. In Wirklichkeit jedoch wegen Ausreiseantrag! Dieses Unrecht darf nicht vergessen werden und muß stets im Bewußtsein aller Bundesbürger aufrecht erhalten werden. Deshalb ist die Aufklärung (vor allem auch junger Menschen) wichtiger denn je.
F.K. aus Gingen

Es darf nicht sein, dass dieser Unrechtsstaat in den Köpfen der Menschen verklärt dargestellt wird. Es sollte in der Schule genauso darüber gesprochen werden, wie über den 2. Weltkrieg. Denn was in der DDR danach kam, war fast noch schlimmer. Brüder schießen auf Brüder und Schwestern, an der Grenze werden Schikanen über Schikanen aufgebaut. Selbst vor Beerdigungen, Kränzen usw. wir kein Halt gemacht. Die Blumengestecke und Kränze werden durchleuchtet. Ananas und Apfelsinen, wie Bananen und Kaffee gab es in der DDR nur zu Wucherpreisen. Nylonstrumpfhosen, Nylonkittel etc. gab es evtl. unter dem Ladentisch. Die Leute wurden behandelt, in dem Arbeiter- und Bauernstaat wie Menschen zweiter Klasse. Wenn Westdeutsche kamen, bekamen sie erst in der Gaststätte einen Tisch, die eigenen Leute durften zusehen. So war es auch nach Eröffnung der Semperoper, die Leute aus dem Westen kamen ohne weiteres rein, die Ostdeutschen hatten keine Chance. Ich habe diese Sachen immer erlebt. Es war in der ehemaligen DDR wie in einem großen Gefängnis. Es durfte keiner raus, aus dem Westen die Leute kamen mit Visa und Westgeld rein, Eintritt für einen maroden Staat. Dies muss noch oft gesagt, gezeigt und aufrechterhalten werden. Was hat sich in den Ostgebieten in den 19 Jahren getan? Die Straßen und Autobahnen im Westen sind schlimmer als die heute im Osten. So ist es mit dem Schienennetz, so ist es mit den Bahnhöfen. Trotzdem ist der Ostdeutsche immer noch unzufrieden und klagt. Die Ostseebäder sind wieder aufgebaut wie vor dem Krieg, die Schlösser sind wunderbar instand gesetzt worden – siehe Schloss Schwerin und ähnliche. Der Westen hat den Staat doch aufgebaut. Das Geld, welches in der DDR noch vorhanden war, ist doch Außerlandes gebracht worden.
I. u. G. H. aus Herten

Richtig so!!!
O. Sch. Aus Baiersdorf

Als selbst Betroffener möchte ich meine Adresse nicht ins Internet an jeder Stelle veröffentlichen. Haben Sie dafür Verständnis.
S.Z.

Ich finde es sehr traurig wie schnell man vergessen kann. Das viel längere Unrecht der Nazis ist immer noch zu Recht sehr präsent.
R.B. aus Taucha

Das DDR-Unrecht darf nicht in Vergessenheit geraten, es war ein menschenverachtendes Regime, welches seine Bürger 40 Jahre eingesperrt hat.
H.G. aus Koblenz

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