Ist in Deutschland die Schulpflicht übertrieben?

Paul Herzog von Oldenburg

Es häufen sich die Fälle von Eltern, die angeklagt werden, die Schulpflicht ihrer Kinder zu mißachten. Es handelt sich dabei um Eltern, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen ihre Kinder entweder gar nicht in die Schule schicken oder aus einigen wenigen Schulfächern fernhalten. Viele Eltern ärgern sich über die mancherorts sehr liberale Schulsexualerziehung, Muslime möchten oft nicht, daß ihre Töchter am Sportunterricht teilnehmen aufgrund der knappen Kleidung.

In der Regel bekommen diese Eltern kein Recht und werden gezwungen, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Ansonsten werden sie mit Bußgeldern bestraft.

Der letzte Fall ereignete sich in Donauwörth, wo ein Elternpaar zu einem Bußgeld von 9.000 Euro verurteilt wurde, weil es die Kinder zu Hause erzog. Sie wollten verhindern, daß ihre Jungs am Sexualkinderunterricht teilnehmen.

Vor wenigen Wochen wurde ein muslimisches Elternpaar vom Verwaltungsgericht Düsseldorf gezwungen, ihre zwölfjährige Tochter zum Schwimmunterricht zu schicken. Die muslimischen Eltern hatten diesen Prozeß angestrengt, um ein Präzedenzfall zu schaffen, denn viele Muslime denken ähnlich. Sie ärgern sich vor allem über die Notwendigkeit des Tragens enger Badeanzüge, was die Blicke der Jungen auf ihre Töchter zieht.

Die Befürworter der strengen Schulpflicht argumentieren, daß es so das Grundgesetz vorschreibe und außerdem müsse die Bildung von Parallelgesellschaften verhindert werden.

In der Tat ist es sehr wahrscheinlich, daß – sollte die Schulpflicht gelockert werden – viele Muslime ihre Kinder, vor allen die Mädchen, nicht mehr in die Schule schicken. Schon heute besteht eine offene Antipathie gegen die liberale deutsche Kultur, die auch in den Schulen gepflegt wird. Aber es geht nicht nur darum: Für viele Muslime gilt Bildung im europäischen Sinne nicht als besonders erstrebenswert. Für viele reicht es aus, wenn sich ihre Töchter einigermaßen mit dem Koran auskennen und später treue Gattinnen ihrer Männer werden. Alles andere ist in ihren Augen nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich. Die deutschen Schulen setzen den Mädchen Flausen in den Kopf, so die Sicht vieler Muslime.

Die christliche Kritik an der Schulpflicht ist ähnlich, doch hier spielt der Sexualkundeunterricht eine stärkere Rolle. Diese Erziehung sei zu liberal, nicht wertegebunden, sondern rein biologistisch und würde die Jugendlichen schließlich zu Sexualakten ermuntern.

Es ist nicht einfach, sich eine Meinung über den real existierenden Sexualkundeunterricht zu machen, denn dieser hängt schließlich stark davon ab, wie er vom jeweiligen Lehrer gestaltet wird. Manche Lehrer versuchen durchaus das Thema im christlichen Sinne zu vermitteln. Außerdem müssen die Eltern rein theoretisch vorher informiert werden. Ob viele Eltern dieses Recht in Anspruch nehmen, darf bezweifelt werden.

Allerdings besteht in vielen Fällen durchaus Grund zur Sorge, denn viele Lehrbücher zum Thema Sexualkunde sind katastrophal.

Abgesehen davon gibt es kaum ein Erziehungsfeld, in dem das Vorrecht der Eltern größer ist. Die Eltern haben das erste Recht (und die Pflicht) ihre Kinder aufzuklären. Der Staat darf maximal als Nothelfer auftreten.

Das ist in Deutschland aber nicht der Fall. Die Sexualkunde, die in den 70er Jahren eingeführt wurde, diente klar ideologischen Zielsetzungen im damals noch stark vorhandenen „Geist“ der 68er.

Gegen die Schulpflicht, vor allem gegen die strenge Auslegung der Schulpflicht, lassen sich auch andere Argumente anführen.

Fast in keinem europäischen Land gibt es eine Schulpflicht. Insbesondere nicht bei unseren Nachbarländern Frankreich, Österreich, Luxemburg usw. Manche Familien wandern aus diesem Grund dorthin aus.

Sind diese Länder unstabiler als Deutschland? Gibt es dort mehr verwahrloste Kinder als bei uns?

Nein, denn es gibt zwar keine Schulpflicht, aber eine Erziehungspflicht, die vom Staat überwacht wird.

Dieses System hat sich am meisten in den Vereinigten Staaten entwickelt. Die dortige „Homeschooling-Bewegung“ ist mittlerweile sehr groß und genießt hohes Ansehen. Viele Kinder, die so erzogen werden, werden von den Colleges und Universitäten wegen ihrer stabilen Leistung umworben.

Ebenso ist es schon verwunderlich, daß man in Deutschland so wenig kulant mit Eltern umgeht, die bedenken gegen die Schulpflicht haben, wenn gleichzeitig in vielen Bereichen, die für die Entwicklung der Kinder durchaus wichtig sind, fast totale Freiheit herrscht, vor allem hinsichtlich Erotik. Die Umsetzung des Jugendmedienschutzes ist in dieser Hinsicht oft äußerst schlampig und wird zunehmend verwässert. Das gilt vor allem für das Fernsehen und das Internet. In Zeitschriften wie Bravo wird eine absolut liberale Auffassung von Sexualität propagiert, die nicht nur aus christlicher Perspektive problematisch ist.

Abgesehen davon, kann sich Deutschland kaum rühmen, daß sein Schulsystem blendend dasteht: Über die Gewalt an manchen Schulen wird man kaum noch Herr. In vielen werden Drogen und rechtsextremistische CDs verbreitet. In vielen Schulen kleiden sich schon 13jährige Mädchen schlichtweg lasziv und aufreizend.

Ist es verwunderlich, daß unter diesen Umständen manche Eltern sich dermaßen Sorgen machen und ihre Kinder nicht in die Schule schicken?

Der deutsche Staat behandelt solche Eltern, als ob sie eine extreme Bedrohung für die Existenz dieses Landes seien.

Diese Haltung ist völlig überzogen und es ist dringend geboten, daß sich etwas ändert. Vor allem in gewissen Bereichen, wie beispielsweise der Schulsexualerziehung, scheint es sogar notwendig, daß die Schulpflicht gelockert wird.

  • Old Geezer sagt:

    Prinzipiell bin ich erstmal erstaunt, daß Sie die Bedenken der Mulime gegenüber “zuviel” Wissen für ihre Töchter so leicht abtun, gleichzeitig aber das selbe Argument für ihren eigene Glaubensrichtung in Punkto Sexualkunde aufnehmen.
    Ferner scheint mir hier übersehen zu werden, das fundamentalistische Christen unter Schulausschluß ebenso in eine Paralelgesellschaft abdriften können wie mulimische.

    Sicher sei den Eltern unbenommen, ihre Kinder selbsr aufzuklären; – das Problem gerade bei sreng religiösen Gruppierungen ist allerdings das es den Eltern oft an Wissen und Tatkraft in dieser Hiunsicht gebricht; wenn überhaupt so wird oft sehr selektiv mit dem Ziel sexuelle Aktivität zu verhindern ‘aufgeklärt’, meist auch noch viel zu spät.

    Aus der Sicht des Staates ist ein Durchgreifen gegenüber den Eltern einfach aus rechtlichen Gründen gegeben: er hat die Verpflichtung gegenüber dem Kind (einem Staatsbürger), für den Erhalt seiner Chanen zu und seines Rechts auf Bildung zu sorgen – wie soll dies bei Eltern überprüft werden ohne selektiv wirkende, zentrale Massenprüfungen?

    Und wollen wir wirklich das Schulsystem der USA mit Fahneneid und Schulgebet nach der Kontrollschleuse mit Waffenscanner, seinen Diploma-Mills, seinen Boot Camps, seiner Ausbildung nach Finanzmitteln der Eltern?

    Im übrigen wurde die These, Sexualkundeuntericht würde die Jugendlichen zu früheren sexuellen HAndlungen animieren, schon vor Jahrzehnten widerlegt.

  • An und für sich ist gegen die Schulpflicht nichts einzuwenden. Wenn aber Minderjährigen sexuelle Inhalte aufgezwungen werden, wenn Schüler Opfer von Gewalt werden, dann versagt der Staat und hat nicht mehr das Recht, Kinder und Jugendliche zum Besuch solcher Institutionen zu zwingen. Es ist zu hoffen, daß sich Massen von Eltern und Schülern verweigern, damit endlich wieder menschenwürdige Zustände in den Schulen einkehren.

  • Old Geezer sagt:

    Das klingt so, als ob Kinder vorzugsweise in der Schule Opfer von Gewalt würden – aber in der Freizeit ist der Druck durch anderer jugendliche viel unmittelbarer.

    ‘Sexuelle Inhalte’ muß man keinem Jugendlichen aufzwingen, wenn er oder sie nicht durch die eltern schon schwer verklemmt erzogen wurde….
    …wir sprechen hier immerhin von dem stärksten und urtümlichsten Instinkt, dessen Wirken zu erfahren ist sowieso praktisch unvermeidlich; besser man wird beizeiten darüer aufgeklärt, was da geschieht.

  • In der Freizeit kann man der Gewalt ausweichen, indem man zuhause bleibt, ungefährliche Orte aufsucht oder in Begleitung von Erwachsenen unterwegs ist.
    Wenn die Eltern aus religiösen oder moralischen Gründen eine andere oder spätere Sexualaufklärung ihrer Kinder wünschen, sollte das respektiert werden.
    Mich würde noch interessieren, woher Sie die in Ihrem ersten Kommentar gemachte Angabe haben, daß Sexualkundeuntericht nicht zu früheren sexuellen Handlungen animieren würde. – Abgesehen davon, daß dazu schon die Lektüre von “Bravo” genügt …

  • Old Geezer sagt:

    Diese Behaupteung lese ich immer wieder in derartigen Diskussionen und ich frage mich, wo diese netten Gangs, Abzocker und Schläger herkommen, die heute ihre Opfer einfach in Ruhe lassen, wenn diese ihnen ‘ausweichen’ wollen?
    Gehen Sie hier davon aus, daß die Kinder in Guarded Communities leben, von ihren eltern jeden Tag mit dem Auto zur Schule gebracht werden und den Rest des Tages in ihrem Zimmer verbringen?

    In der Regel bedeutet ‘ausweichen’ doch, sich auf umwegen von einem sicheren Ort zum anderen zu schleichen und schneller laufen zu können als die Ausüber der Gewalt, wenn diese einen gewahr werden.

    Also hat der Jugendliche praktisch nur die Wahl zwischen selbst erteiltem Stubenarrest, sich selbst den Gewaltausübern anzuschließen, oder sich gegen diese zu behaupten.

  • Old Geezer sagt:

    Zum anderen Thema:
    Es gibt zahlreiche vergleichende Statistiken zum Sexualverhalten (seit vielen Jahren); ich empfehle das selber zu recherchieren, dann hat man auch einen Eindruck inwiefern diese vertrauenswürdig sind.
    Der Tenor ist ungefähr: Die Schule hat nur einen geringen Einfulß auf den Zeitpunkt der ersten Sexuellen Erlebnisse – geringen jedenfalls als das allgemein Bildungsniveau; maximal wirkt sie sich dahingehend aus, daß die Jugendlichen besser geschützt ihren ersten Sex angehen.
    Starken Einfluß hat das allgemein sozio-ökonomische Umfeld, bis dahin, welchen Entwicklungsstand das Land im allgemeinen hat (Jugendliche in Schwellenländern sind später aktiv als solche in Industrie- oder Entwicklungsländern).
    [im übrigen war ich noch nicht wirklich eine ‘Generation Bravo’]

    Auch waren unsere Eltern nund Großeltern keineswegs ‘züchtiger’, sie waren nur verschwiegener.
    Und Kinder Wünschen sich mehr Aufklärung durch die eigenen Eltern, bekommen sie aber in der Regel nicht.

    Ich bin nicht berMeinung, das die Sexualaufklärung einen anderen Stellenwert haben sollte, als jede andere Form der Bildung.
    Und ich setze das Interesse des Kindes an einem gesunden und erfreulichen Aufwachsen (d.h. Sex ja, Geschlechtskrankheiten/Schwangerschaft nein) höher an als das der Eltern ihre eigenen Befindlichkeiten zu kultivieren.
    (Sie müssen ja nun nichtmal mehr selbst aufklären,,.)

    Wir sehen ja auch wenig Sinn darin, Kindern Schwimm-, Verkehrs- oder Wirtschafts-Unterricht zu ‘ersparen’, weil uns bewußt ist, daß sich ansonsten Gewässer, der Straßenverkehr oder der Mobilvertrag schnell als Fallen erweisen können, ohne daß sie durch ihre Unwissenheit davor geschützt wären.

  • Mit dem “Stubenarrest” übertreiben Sie. Gibt es nicht in jeder Stadt Orte, die man besser meiden sollte und solche, die relativ ungefährlich sind? Die meiste Gewalt, in die Kinder und Jugendliche verwickelt werden, scheint sich doch auf der Schule und auf dem Schulweg abzuspielen.

  • Zum anderen Thema:
    Es ist wohl nicht nur die Tatsache, daß Sexualunterricht stattfindet, die viele Eltern stört, sondern auch, wann und wie das geschieht. Ich kann jedenfalls Eltern verstehen, die Probleme damit haben, wenn ihre minderjährigen Kinder in der Schule geradezu Handlungsanleitungen zum Sex erhalten.

  • Old Geezer sagt:

    Selbstverständlich ist der ‘Stubenarrest’ (in den meisten wohngebieten noch) übertrieben, aber es kommt der Sache in Wohnsilos in sozial schwachen Stadtvierteln durchaus nahe.

    Selbstverständlich ist das in den schönen Villenvororten kein Problem, sobald da auch Politiker und Industrielle wohnen kommt da auch mal öfter eine Polizeistreife durch, etc.

  • Old Geezer sagt:

    Minderjährig?
    Sie bekommen diese Informationen besser rechtzeitig!
    Also (da sie im Mittel mit ca. 15 oder 16 ihre ersten ernsthaften Erfahrungen machen, die jünsten aber schon mit 12-13) sollte der Untericht im Alter von 11 schonmal durch sein, sicherheitshalber.

    Es muß sich sied meiner Zeit viel geändert haben – ohne daß sich dieses in den Schulbüchern niederschlägt – wenn das als ‘Handlungsanleitung’ gelten kann aber auch hier muß man doch einsehen, daß es besser sit, sie wissen was und warun sie das tun, als wenn sie rein instinktgesteuert in Blaue hinein experimentieren und die frisch gebackenen Großeltern dann mit langen gesichter vor den Resultaten stehen (und das ist noch das harmlosere Ergebnis).

  • Wenn Sie recht haben, dann müßte die Anzahl der Schwangerschaften Minderjähriger und der Abtreibungen mit der Einführung der schulischen Sexualaufklärung deutlich abgenommen haben. Ohne die Zahlen zur Hand zu haben wage ich zu behaupten, daß dies wohl kaum der Fall ist.

  • Old Geezer sagt:

    Ein anderer Punkt, der IMHO hier zu kurz gekommen ist (den ich auch selbst wieder verdrängt habe) ist der, daß die Schulpflicht ja damals ursprünglich eingeführt wurde, weil Eltern einfach nicht bereit waren auf die Arbeitskraft ihrer Kinder zu verzichten.
    Und heute droht dieselbe Situation wieder, indem die Schulbildung der Kinder den Mobilitätsansprüchen oder den der Eltern ntergeordnet werden muß oder an den finanziellen Möglichkeiten der Eltern scheitert, sobald es wieder optional wird, seine Kinder zur Schule zu schicken

  • Old Geezer sagt:

    Zum Punkt Jugendschwangerschaften habe ich auch keine Zahlen zur Hand, aber die dürften schwer zu bekomen sein, weil vor 50 oder 100 Jahren kaum jiemand einen Abbruch zugab, sondern das alles schön heimlich unter der hand gemacht wurde.

    Aber in der Tat glaube ich, daß diese Fälle abnahmen – zumindest in England haben Aufklärungskampanen derartige Erfolge erzielt.

    Auf der anderen Seite sehe ich nicht wo der Nachteil einer frühzeitigen Aufklärung liegen soll wenn kein Anstieg von Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaften feststellbar ist.

  • Nein, es soll nicht optional werden. Es würde genügen, den Sexualkundeunterricht auf freiwilliger Basis zu machen (das ist beim Religionsunterricht ja auch so), und über die Ausgestaltung müßte natürlich auch diskutiert werden. Was die Gewalt betrifft, sollten natürlich vielmehr die Zustände an den Schulen geändert werden, und ich meinte, daß die Eltern da ruhig Druck machen sollten, denn hier steht Rechtsgut gegen Rechtsgut (Schulpflicht vs. Abwehrrecht gegenüber Gewalt).
    Wie ich inzwischen herausgefunden habe, werden die Abtreibungen in der BRD erst seit 1976 erfaßt. Abgesehen von einem steilen Anstieg bis ca. 1980, der wohl auf eine zunächst mangelhafte Datenerfassung zurückzuführen ist, schwankt die Anzahl ohne erkennbare Gesamttendenz (man müßte das auch noch mit den demographischen Daten verrechnen). Die für unsere Fragestellung entscheidenden Jahre fehlen.

  • Bis dato habe ich mir keine Gedanken über dieses Thema gemacht. Allerdings bin ich schon vor Jahren mit der Problematik durch eine ehemalige Mieterfamilie konfrontiert worden. Diese Familie erzieht ihre Kinder streng nach religiösen Prinzipien. Als Katholik bin ich früher sehr oberflächlich mit anderen Konfessionen umgegangen und sie sehr schnell nach allgemeiner Lesart in die Ecke von Sekten gestellt. Durch persönliche tiefe Einblicke habe ich bei dieser Familie, die Baptisten sind, Werte gefunden, die für das menschliche Zusammenleben unabdingbar sind, die aber die meisten Menschen aus purem Egoismus schon längst über Bord geworfen haben.
    Daß für deren Kinder die Schule, wo hauptsächlich Wissen vermittelt wird, aber Bildung zum größten Teil nicht stattfindet, schon gar keine Seelenbildung,eine kontraproduktive Sache ist, ist mir klar gewoden. (ich weiß wovon ich spreche: habe als Alleinerzieher zwei Kinder, eines davon vom 5. – 18. Lebensjahr erzogen. Meine 2. Frau ist Physikerin und lehrt am Gymnasium Physik und Mathe.)
    Anfang diesen Jahres hatten wir einen Gastschüler aus Argentinien. Dieser hat auch 4 Wochen das Gymnasium besucht. Sein Kommentar zur Schule und zu den Schulen war klar und eindeutig: die Schule ist alles andere als eine Bildungsanstalt, die meisten Schüler sind einfach gestört. (dieser Junge, 17 Jahre, stammt aus der Mittelschicht, seine Mutter ist selbts Lehrerin in einer “deutschen” Schule in Buenos Aires. Sie sind nicht religiös.)

    Wir sollten in unserer Arroganz einmal über den eigenen Tellerrand unseres Landes hinausschauen. PISA ist nur ein schwaches Signal. In Wirklichkeit steckt unser Schulsystem wie auch unsere Gesellschaft in einer tiefen Krise!

  • Bis dato habe ich mir keine Gedanken über dieses Thema gemacht. Allerdings bin ich schon vor Jahren mit der Problematik durch eine ehemalige Mieterfamilie konfrontiert worden. Diese Familie erzieht ihre Kinder streng nach religiösen Prinzipien. Als Katholik bin ich früher sehr oberflächlich mit anderen Konfessionen umgegangen und sie sehr schnell nach allgemeiner Lesart in die Ecke von Sekten gestellt. Durch persönliche tiefe Einblicke habe ich bei dieser Familie, die Baptisten sind, Werte gefunden, die für das menschliche Zusammenleben unabdingbar sind, die aber die meisten Menschen aus purem Egoismus schon längst über Bord geworfen haben.
    Daß für deren Kinder die Schule, wo hauptsächlich Wissen vermittelt wird, aber Bildung zum größten Teil nicht stattfindet, schon gar keine Seelenbildung,eine kontraproduktive Sache ist, ist mir klar gewoden. (ich weiß wovon ich spreche: habe als Alleinerzieher zwei Kinder, eines davon vom 5. – 18. Lebensjahr erzogen. Meine 2. Frau ist Physikerin und lehrt am Gymnasium Physik und Mathe.)
    Anfang diesen Jahres hatten wir einen Gastschüler aus Argentinien. Dieser hat auch 4 Wochen das Gymnasium besucht. Sein Kommentar zur Schule und zu den Schulen war klar und eindeutig: die Schule ist alles andere als eine Bildungsanstalt, die meisten Schüler sind einfach gestört. (dieser Junge, 17 Jahre, stammt aus der Mittelschicht, seine Mutter ist selbts Lehrerin in einer “deutschen” Schule in Buenos Aires. Sie sind nicht religiös.)

    Wir sollten in unserer Arroganz einmal über den eigenen Tellerrand unseres Landes hinausschauen. PISA ist nur ein schwaches Signal. In Wirklichkeit steckt unser Schulsystem wie auch unsere Gesellschaft in einer tiefen Krise!

  • >