Mehr Schutz für Kinder im Internet | Aktion Kinder in Gefahr
Junge vor Computer

Mehr Schutz für Kinder im Internet

Christiane Jurczik

Bilder von missbrauchten Kindern, Kontaktaufnahmen mit dem Ziel sexueller Gewalt, Anbahnung von Kinderprostitution: In der digitalen Welt sind Minderjährige nur unzureichend geschützt. Die Dimension des Problems wird von vielen Kindern unterschätzt.

Der Kriminologe und Cybergrooming-Experte Thomas-Gabriel Rüdiger sieht noch weiteren Schutzbedarf. Er betont, dass Kinder und Jugendliche nicht nur Opfer seien, sondern immer häufiger selbst zu Tätern würden. Inzwischen sei jeder dritte Tatverdächtige in diesem Bereich selbst Kind oder Jugendlicher – 10 Prozent Kinder, 25 Prozent Jugendliche. Der Trend zu jüngeren Tätern verstärke sich.

Besonders Eltern und Pädagogen sind gefordert, Kinder und Jugendliche an das Medium Internet heranzuführen, sie zu begleiten und ihnen eigene Handlungskompetenz zu verleihen, indem sie mögliche Gefahren ansprechen und Hinweise zu ihrer Umgehung geben. Um diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen zu können, müssen sich Eltern und Pädagogen zunächst selbst mit der Thematik „Internet und Sicherheit“ auseinandersetzen.

Kinder und Jugendliche beim Surfen im Netz zu schützen ist eine Aufgabe, die Eltern und Lehrer die zusätzlich zu ihren sonstigen Erziehungs- und Schutzaufgaben erfüllt werden müssen.

Diese Gefahren bestehen nun nicht mehr nur außerhalb der Schule und des elterlichen Zuhauses. Das Internet lässt neue Gefahren in die ehemals sicheren Schutzräume Klassenzimmer und Kinderzimmer treten. Dies gilt vor allem dann, wenn Eltern und Pädagogen sich nicht intensiv mit der virtuellen Freizeitgestaltung der Kinder und Schüler beschäftigen.

In Web-Chats (also Chats, die direkt im Browser abrufbar sind und in denen meist viele Leute gleichzeitig „reden“) können Kinder bedrängt und sexuell belästigt werden, wenn es keine oder keine ausreichende Moderation gibt und sich die Chatter zu einem Gespräch unter vier Augen zurückziehen können. Dies ist in allen Erwachsenen-Chats der Fall, aber auch in manchen vorgeblichen Kinder-Chats.

Selbst wenn Kinder nicht direkte Opfer von Belästigungen werden, können sie in Chats Diskussionen mitverfolgen oder auf Seiten gelenkt werden, die nicht für sie geeignet sind. Zum Teil kann auch der rüde Ton in Chats oder eine sexuell geprägte Sprache Kinder verunsichern und verstören. Chats, die in Spiele, Apps oder Communitys integriert sind, haben meist noch nicht einmal einen erkennbaren Betreiber. Sie unterliegen keinerlei Kontrolle und keinerlei Schutz. Dort kann es ebenfalls zu Belästigungen oder zu Mobbing kommen.

Über Risiken im Netz aufklären

Eltern müssen ihr Kind über Gefahren im Internet aufklären, auch über problematische Angebote und Inhalte reden. Neben PC, Laptop und Handy ermöglichen inzwischen auch verschiedene Spielekonsolen und MP3-Player den Zugriff auf das Internet. Deshalb sollten Eltern immer darauf achten welche Medien-Geräte Ihr Kind nutzt und prüfen, ob eine Internetanbindung möglich und erforderlich ist.

Alternativen bieten

Kinder fällt es häufig leichter, die faszinierende und unendliche Welt von Computer und Internet zu verlassen, wenn sie Alternativen angeboten bekommen. Vielleicht schaffen Sie Anreize dadurch, dass Sie sich erst gemeinsam ein Rezept raussuchen und dieses gemeinsam kochen, online eine Bastelanleitung suchen und anschließend gemeinsam kreativ werden. Nicht zu vergessen: Gemeinsame Unternehmungen an frischer Luft.

Mit Informationen aus www.kindergesundheit-info.de und www.wn.de vom 12.11.18

 

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