Polizeiliche Kriminalstatistik 2017: Drastischer Anstieg im Bereich Kinderpornografie

Christiane Jurczik


Zahl der Drogendelikte ist stark gestiegen. Gewaltdelikte werden immer brutaler.

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 (PKS) ist die Gesamtzahl aller Straftaten für das Jahr 2017 auf 5.762 Millionen gesunken. Das ist ein Rückgang von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Doch vor „voreiligen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Sicherheitslage“ warnte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow in der Zeitung “Die Welt“.

Bei der Gewaltkriminalität wurde den Angaben zufolge ein Rückgang um 2,4 Prozent auf knapp 189.000 Fälle verzeichnet. Gut 137.000 davon waren Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung – ein Minus von 2,1 Prozent. Dagegen wurden mehr Morde registriert – hier gab es einen Anstieg um 3,2 Prozent auf 785 Fälle. Die Gewaltkriminalität unterliegt Schwankungen. In den Jahren 2003 bis 2007 stieg sie, war von 2008 bis 2014 rückläufig und wuchs ab 2015 wieder an und wurden zunehmend brutaler.

Gleichzeitig stieg auch die Zahl der Drogendelikte von 9,2 Prozent auf mehr als 330.000 Fälle an.

Beunruhigend die Entwicklung im Bereich Kinder- und Jugendpornografie:

Einen drastischen Anstieg verzeichnet die Kriminalstatistik im Bereich der Kinderpornografie. Für die Verbreitung, den Erwerb, den Besitz und die Herstellung von kinderpornografischen Schriften werden 6500 Fälle ausgewiesen – 14,5 Prozent mehr als 2016. Die Verbreitung jugendpornografischer Schriften stieg um fast ein Viertel auf 1300 Fälle.

„Immer öfter werden Missbrauchstaten gefilmt und im Darknet verbreitet und getauscht. Besonders erschreckend sind der Anstieg härtester, auch sadistischer Gewaltszenen sowie die zunehmende Zahl von Missbrauchsabbildungen von Kleinkindern und Babys.“

Mit Informationen aus JMS-Report-Juni 3/2018

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