Geben Schulnoten hinreichend die Leistung von Schülern wieder?

Detlev Paulson

„Erziehung ist die gezielte Gabe wohldosierter Nackenschläge“ und „um Himmels Willen die gymnasiale Bildung nicht auf Mädchen übertragen“ sagte einst ein gewisser Prof. Friedrich Nietzsche. Nun, es kam anders.

Seit Urzeiten machen sich Eltern, Lehrer und nicht zu vergessen Politiker Gedanken, wie aus Kindern brauchbare Erwachsene werden.

Brauchbar für wen?

Als taugliche zukünftige Arbeitskräfte zum Beispiel. Oder sollen sie umfassend ihren Anlagen entsprechend gebildet werden, um zukünftige verantwortungsvolle Mitglieder der Gesellschaft zu werden? Es stellt sich weiter die Frage, welche Schulfächer dafür notwendig unterrichtet werden sollen.

Die Beantwortung dieser und anderer Fragen würde hier zu weit führen soll aber doch insoweit angeschnitten sein, um die Frage zu erörtern, ob diese wie auch immer definierten Ziele durch das Geben von Noten zu erreichen sind oder ob sie das gar verhindern.

Früher oder später im Leben werden von Kindern Leistungen abverlangt. Kinder sind überaus neugierig auf das künftige Leben und dies gilt es zu nutzen.

So wollen Leistungen spielerisch zeigen und sie verlangen einen Gradmesser für ihre Leistungen.

Dieser sollte möglichst objektiv sein um die richtige Rückkopplung zu bekommen und sich so zu verbessern. Noten sind dafür geeignet und die Graduierung sinnvoll. Leider nimmt das Notensystem, das auf einer Zeitpunktbetrachtung basiert, keine Rücksicht auf zeiträumliche und in der Jugend naturgemäß auftretende, das Lernen erschwerende Entwicklungsphasen wie Pubertät, familiäre Schwierigkeiten usw. und kann damit ein schiefes Bild des Jugendlichen abliefern.

Neben das Notensystem sollte daher ein weiteres zeiträumliches Beurteilungssystem treten, das fördert und fordert, ohne zu verurteilen. Pädagogisches Geschick ist hier selbstverständlich äußerst hilfreich. Lehrer haben es nicht leicht und selbst bei einem Schüler-Lehrerverhältnis von 1:1 kann es schief gehen.

Nero, der römische Kaiser, hatte in Seneca den besten Lehrer, den man haben konnte. Er zwang seinen einst geliebten Lehrer zum Selbstmord, endete im Cäsarenwahn und nahm sich das Leben.

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