Juul, oder die E-Zigarette als neue stylische Jugenddroge

Nina Stec

Eine amerikanische E-Zigarette mit besonders hohem Nikotingehalt ist seit Ende letzten Jahres auch in Deutschland erhältlich und bereitet der Bundesregierung und Gesundheitsexperten Sorgen. Wegen ihres hohen Suchtpotentials wird sie von einigen Medizinern als Einstiegsdroge gesehen.

In den USA, wo die Juul bereits seit über drei Jahren erhältlich ist, ist sie extrem erfolgreich, aber auch umstritten, da sie sich trotz des Verkaufsverbots an Minderjährige gerade bei jugendlichen Schülern großer Beliebtheit erfreut.

Die im vergangenen November von der US-Gesundheitsbehörde veröffentlichten Zahlen zur Nutzung von E-Zigaretten unter US-amerikanischen Schülern sind alarmierend: Innerhalb von einem Jahr sei die Anzahl der Konsumenten in der Mittel- und Oberstufe um 1,5 Millionen angestiegen, Beinahe jeder vierte Jugendliche hat bereits „gejuult“, wie das Dampfen in Jugendsprache bezeichnet wird, viele sind bereits nikotinabhängig. Es wird angenommen, dass Juul für einige von ihnen der erste Kontakt mit dem Suchtmittel Nikotin war.

Das „stylische“ Design der E-Zigarette, sie sieht aus wie ein überdimensionaler USB-Stick und ist in verschiedenen Farben erhältlich, ihre Füllung, das sogenannte „Liquid“, welches es in diversen Geschmacksrichtungen gibt, darunter fruchtig-süß wie Obst oder Eiscreme, wie es viele Jugendliche gerne mögen und der relativ erschwingliche Preis , etwa 50 USD kostet ein Starterset, bestehend aus Batterie, einem Erhitzer und mehreren Liquidkapseln, machen Juul zu einem angesagten „Livestyleprodukt“.

E-Zigaretten gelten gemeinhin als weniger schädlich als Tabak, da sie weniger Schadstoffe enthalten, und sollen (angeblich) Raucher beim Verzicht auf herkömmliche Zigaretten unterstützen. Allerdings enthalten die verkaufsüblichen Juul-Kapseln in den USA 59 Milligramm Nikotin pro Milliliter, was selbst für langjährige Zigarettenraucher viel ist. Die deutsche Version enthält weniger Nikotin, da in EU-Mitgliedstaaten E-Liquids maximal 20 Milligramm Nikotin pro Milliliter enthalten. dürfen.
Trotzdem sind sie alles andere als gesund, da sie immer noch viele Schadstoffe enthalten und eine starkes Abhängigkeitspotenzial besitzen, das durch ihr schönes Aussehen und den angenehmen Geschmack noch verstärkt wird.

Zudem gehen viele Händler bei den Alterskontrollen nicht streng genug vor, sodass es auch in Deutschland nicht schwer für Jugendliche ist, an das beliebte Produkt heranzukommen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), kündigte an, auch politisch alles daran zu setzten, dass sich das gesundheitliche Desaster durch die Einführung der Juul in den USA nicht in Deutschland wiederholt. Es soll geprüft werden, ob die aktuelle Nikotin-Obergrenze der EU beibehalten werden kann, oder gesenkt werden sollte. Außerdem soll besser überprüft werden, dass Minderjährige nicht so leicht in den Besitz von nikotinhaltigen Produkten kommen.

Quellen:
http://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Juul-Umstrittene-E-Zigarette-kommt-nach-Deutschland
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/juul-aerzte-und-politik-warnen-vor-neuer-teenie-droge-15998358.html
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/warum-die-e-zigarette-juul-gefaehrlich-ist-15940429.html

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