Schwache Schulleistungen bei Heavy Metal Hörern

Christiane Jurczik

Bereits in den 1980er Jahren stellte Keith Roe bei schwedischen Kindern und Jugendlichen fest, dass schwache Schulleistungen mit Präferenzen aus dem Bereich der Rock- und Popmusik korrespondieren, gute Schulleistungen dagegen mit einer Vorliebe für klassische Musik: „Die Ergebnisse zeigten, dass je besser ihre schulischen Leistungen waren, sie umso lieber eine Vorliebe für klassische Musik hatten.

Bessere schulische Leistungen in diesem Alter [13 J.] korrelierten negativ mit einer Vorliebe für Punk und Rockmusik zwei Jahre später, […] Bei beiden Geschlechtern verband sich eine negative Einstellung gegenüber der Schule direkt mit einer größeren Vorliebe für Punk und Rock.

Die Beziehungen zwischen schulischem Einsatz, Orientierung an Gleichaltrigen und Musikvorlieben im Besonderen stützen deutlich die Ansicht, dass starke Verbundenheit mit gewissen Teenager-Gruppen und musikalischen Stilen helfen, eine symbolische Entfremdung von der Schule auszudrücken. […] elfjährige Mädchen, die in großem Maße populäre Musik hörten, nahmen [gewissermaßen] voraus, nach der Schule Berufe mit geringerem sozialem Status zu ergreifen. Ebenso nahmen Jungen, die im Alter von 15 Jahren sozial missbilligte Musik bevorzugten, voraus, Berufe mit geringerem sozialem Status nach der weiterführenden Schule zu ergreifen.

Jahre später stellten Zinnecker fest, dass „Heavy Metal – wieder einmal – die von leistungsschwachen Schülern bevorzugte Stilrichtung” ist. Weiter bestätigt die Studie: Heavy Metal ist unter Hochbegabten weniger beliebt als im Durchschnitt aller Jugendlichen.

Die Interpreten populärer Musik sind die Vorbilder weiter Teile unserer Jugend und genießen bei vielen Hörern eine geradezu religiöse Verehrung

Bei Rockkonzerten gibt es immer wieder wilde Exzesse. Zum Beispiel ließ während eines Konzerts in San Diego (Kalifornien) die Band 15.000 Jugendliche immer wieder „Natas“ rufen (Satan rückwärts gesprochen).
Diese beliebten Themen findet man in den Texten dieses leb- und lieblosen Genres: sexuelle Erniedrigung, Misshandlungen von Frauen, Hass und Gewalt gegenüber anderen Rassen, Selbstmord und die Verherrlichung von Satansanbetung – oft geprägt von Drogen- und Alkoholmissbrauch.

Folgenden Berichte zeigen exemplarisch, was Besucher eines Heavy-Metal-Konzertes erwartet:

• AC/DC: Angus Young pflegte „dem Publikum zum Höhepunkt der Show mit heruntergelassener Hose den nackten Hintern” darzubieten.

• Anthrax: „Im Fruehjahr 86 toben Anthrax […] durch Europa/Deutschland und erweisen sich als furiose Liveband, welche sich in ihren Shows in wahre Mosh’n Thrash-Orgien steigert und die Buehne und den Konzertsaal in das in dem Track ‘Madhouse’ beschriebene Irrenhaus verwandelt.”

• Alice Cooper „entpuppte sich auf der Bühne als ein dämonischer Scharlatan, der mit seiner gleichnamigen Gruppe das Publikum zunächst mit Make-up-verschmierten Gesichtern und einer aggressiven, homoerotischen Sado-MasoShow verwirrte. Später schließlich verwandelte er seine Auftritte in einen grotesk übersteigerten Horror-Trip, bei denen Puppen verstümmelt und lebende Hühner auf der Bühne unter ohrenbetäubendem Kriegslärm und einem Gestöber vorbereiteter Federn geköpft wurden. In makabren Ritualen der Kinderschändung (Songtitel ‘Dead Babies’), Galgen-Exekution (‘Killer’-LP) und Nekrophilie, sexueller Leichenschändung (Songtitel ‘I love the Dead’ und ‘Cold Ethyl’) schockierte er sein Publikum bis auf die Knochen.”

• Death SS: „[Steve] SYLVESTER [der Sänger der Gruppe] ist Mitglied in Aleister CROWLEYs Orden Ordo Templi Orientis und schockiert bei Konzerten durch das Essen lebendiger Würmer, durch Selbstverstümmelung oder das Trinken von Blut.

• Gwar: „[…] weil sich herumgesprochen hatte, […] dass bei Livekonzerten mit einer riesigen Axt Köpfe abgeschlagen werden, der Sänger […] sich das Gehirn herausreißt, um kameradschaftlich teilend, ein paar Hirnzellen ins Auditorium zu werfen (köstlich), Gedärme herausgezerrt werden, Riesent[….]n zweigeteilt werden […], Blut, Eiter und Bullensperma von der Bühne spritzen.
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob die insgesamt bestehende Korrelation zwischen dem Hören von Rock- und Heavy-Metal-Musik und schlechten Schulleistungen berechtigt, der Musik eine ursächliche Wirkung zuzuschreiben, oder ob nicht vielmehr, aus welchen Gründen auch immer, leistungsschwache Schüler diese Musikstile bevorzugen. Doch muss das eine das andere nicht ausschließen.

Der Tübinger Hirnforscher Niels Birbaumer sagt: „Die Komplexität und Variabilität von Tonfolgen spiegelt sich direkt im Gehirn wider. Dies in verstärktem Ausmaß bei Personen, die eher klassisch-komplexe Musik hören. Personen, die Klänge bevorzugen, die sich durch hohe Repetitivität und Vorhersagbarkeit auszeichnen, reagieren mit ihrem Gehirn auf solche Klänge mit einem Einbruch ihrer Hirnkomplexität, so als würden die Zellen in das Stampfen des blechernen Rhythmus einstimmen und im selben stumpfsinnigen Takt mitmarschieren.”

Wenn man dazu bedenkt, dass Musik die Hirnfunktionen nicht nur kurzfristig beeinflusst, sondern dass sie auch auf die längerfristig bestehenden Verschaltungen der Nervenzellen einwirkt, wie der Hirnforscher Eckart Altenmüller erklärt,12 dann liegt auf der Hand, dass das langdauernde und wiederholte Hören einfach strukturierter Musik mit einem ständig wiederholten Takt die kognitive Leistung nachhaltig beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass die hedonistische Ideologie, die mit allen Arten von Pop- und Rockmusik verbunden ist, in den Hörern ein Weltbild verankert, in welchem es vor allem auf „Spaß haben” ankommt, in welchem moralische Werte wie Ehrlichkeit, Pflicht und Verantwortung keinerlei Rolle spielen, in welchem der Konsum legaler und illegaler Drogen sowie sexuelle Befriedigung wichtiger sind als Leistungen in Schule und Beruf.

Quellen:
www.grin.com
Dr. Klaus Miehling
Peter Paul Schnierer

Foto: Autor: Thargol, Wikimedia, CC0 1.0 Universal (CC0 1.0), Sabaton performing at Bloodstock Open Air

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