Gewalt- und Kinderpornos per WhatsApp

Christiane Jurczik

Ein erschreckender Trend breitet sich aus: Immer häufiger muss die Polizei Smartphones von Kindern und Jugendlichen beschlagnahmen. Sie beinhalten illegale Gewalt- und Pornovideos. Manchmal landet das Material ohne Zutun der Kinder auf den Geräten.

Die Kriminalpolizei Landshut berichtet von einer besorgniserregenden Entwicklung. Die Beamten müssen immer öfter Smartphones von Kindern und Jugendlichen beschlagnahmen. Oft geben Lehrer die Hinweise, dass solche Videos in der Schule im Umlauf sind – die Hinweise kommen häufig aber auch von anderen Ermittlungsbehörden, teilweise sogar aus dem Ausland.

Schon Achtjährige haben brutale Gewalt-Videos auf dem Handy

Auf den Geräten finden die Ermittler Videos mit kinderpornographischem Inhalt oder auch Gewaltvideos. Schon Kinder im Alter von acht Jahren haben teilweise sogenannte „Snuff-Videos“ auf dem Handy, in denen Menschen getötet werden, berichtet Rainer Schink von der Kripo Landshut:

Über Gruppenchats von Messenger-Diensten wie WhatsApp verteilen sich Fotos und Videos in kürzester Zeit. „Da haben wir ein riesiges Problem, weil diese Dateien auch ohne schlechtes Gewissen getauscht werden. Oder auch ohne Wissen der Kinder, ohne Zutun den Weg auf das Handy, auf den Datenspeicher finden, weil durch Grundeinstellungen in Messenger-Apps der Download automatisch stattfindet“, laut Rainer Schink,

Auch die Polizei in Freiburg warnt Schüler vor Kinderpornos in WhatsApp. Diese würden derzeit vermehrt in Chatgruppen von Schülern verbreitet.

Über das Chatprogramm WhatsApp sei ein entsprechendes kinderpornografisches Video in Umlauf gebracht worden, teilten die Beamten am Mittwoch mit. Über schülerinterne WhatsApp-Gruppen gelange es verstärkt an Kinder und Jugendliche.

An einem Gymnasium und einer Realschule in Freiburg habe es entsprechende Fälle gegeben. Es handele sich dabei zweifelsfrei um Kinderpornografie. Die Polizei rief Kinder und Jugendliche dazu auf, solche Videos nicht weiterzuschicken. Dies wäre eine Straftat und könne unter anderem zur Einziehung des Smartphones führen. Wer solche Dateien erhalte, solle sich mit der Polizei in Verbindung setzen.

Da Kinder und Jugendliche bis zum 14. Lebensjahr schuldunfähig sind muss trotzdem das Smartphone eingezogen werden. Sämtliche Daten müssen gelöscht werden. Teilweise finden die Ermittler bis zu 80.000 Bilder und 20.000 Videodateien auf einem einzelnen Smartphone.

Haftbar sind die Eltern

Da die Mobilfunkverträge und Internetanschlüsse in der Regel über die Eltern der Kinder laufen, kommt es häufig vor, dass die Erziehungsberechtigten Besuch von der Polizei bekommen. Sie haften für ihre Kinder und können im schlimmsten Fall dann für den Besitz von Kinderpornographie angezeigt werden.

Mit Informationen aus der Augsburger Allgemeinen Zeitung und dem Bayerischen Rundfunk

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