Warum Kinder immer lauter und brutaler werden

Christiane Jurczik

Mögliche Ursache: Die Medien/ Bitkom-Studie 2019

Die aktuelle Bitkom-Studie zeigt: Jugendliche verwenden ihre Smartphones weniger zum Telefonieren und immer mehr zum Konsumieren von Medien. 88 Prozent der 10- bis 18-Jährigen streamen Musik, 87 Prozent schauen Videos auf dem Smartphone. Ein weiteres Thema der Studie ist frühe Mediennutzung. 40 Prozent der 6- bis 7-jährigen Befragten nutzen zumindest gelegentlich das Internet. Bei ab 12-Jährigen sind es 97 Prozent. Altersübergreifend werden auf Smartphones am liebsten Videos geschaut.

Eine Zerstörungskraft mit atemberaubendem Potential. Terror in Kindersendungen oder Filmen und die damit verbundene Traurigkeit. Machtvoll und unaufhaltsam, erbarmungslos niederschmetternd, mit Massenzerstörung menschlicher Gefühle ohne Verantwortung oder Verantwortliche, die wir täglich skrupellos durch die Medien in die Augen geschossen bekommen.

Wir sind erwachsen und können diese Bilder mehr oder weniger zuordnen und verarbeiten oder besser vergessen. Aber was passiert mit unseren Kindern? Wie verarbeiten diese unschuldigen Seelen solche Bilder?

Und egal ob es Sendungen für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene sind. Es gibt nervtötendes Geschrei in voller Lautstärke. Die Dialoge sind kurz, grammatikalisch eine Katastrophe und vor allem frech. Das ist nicht nur krankhaft sondern auch pervers. Die Zeichentrickfilme für Kinder werden immer brutaler, böser und sind immer und immer wieder mit Geschrei verbunden. Das Geschrei wird immer lauter und es führt zu dem Ergebnis, dass Kinder aggressiver, nervöser und auch gestresster sind. Manche leiden dadurch unter Schlafstörungen weil sie das nicht verarbeiten können.

Diese Aggressionen nehmen sie in die Kindergärten und Schulen mit. Dort wird gesehenes oft mit der realen Welt vermischt – Film und echtes Leben treffen aufeinander – die Grenzen verschmelzen. Nicht selten wird aus Streit reiner Terror, der sich zu blutigen Aktionen entwickeln kann. Es ist gesetzwidrig Kinder und Jugendliche mit solchen Filme oder Werbung zu schädigen.
Werbespots in denen ebenfalls durch Geschrei suggeriert wird, dass es für jede unwichtige körperliche Störung sofort und das auch noch täglich, Tabletten gibt, die gegessen werden müssen. Das ist ebenfalls gesetzwidrig. Hierbei werden nicht nur Kinder sondern alle in Mitleidenschaft gezogen. Und so geht es weiter mit Alkohol und Rauchen – ebenfalls durch unfassbare Werbung.

Fernsehsender und soziale Medien bringen, getrieben durch Einschaltquoten und Gewinnoptimierung, ununterbrochen Werbung und bekommen sehr viel Geld dafür. Das ist aber nicht genug, sie zwingen uns – und noch schlimmer – unsere Kinder dazu – andauernd krank machende Werbung anzusehen. An Dreistigkeit nicht mehr zu übertreffen werden wir dann auch noch zur Zwangsabgabe der Radio- und Fernsehgebühren gezwungen.

Mit Informationen aus schau-hin.info/studien/studien-zur-mediennutzung/

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