Fastfood Konsum unter Kindern weiterhin beliebt

(Aktion “Kinder in Gefahr” – DVCK e.V.) Fast Food, das „Essen auf die Schnelle“ wird immer beliebter. Bei Kindern nimmt dies mit dem Alter zu: Jugendliche essen mehr Fast Food als Schulkinder und diese mehr als Vorschulkinder. Das Angebot reicht von Döner Kebab, Pommes frites, Bratwürsten, Hamburgern bis hin zur Pizza in allen Variationen. Auch Softdrinks, gesüßte Erfrischungsgetränke wie Cola, Limonade oder Milchshakes, gehören dazu.

Ob auf der Hand im Stehen und Gehe – Fast Food ist heute für viele Kinder und Jugendliche das Essen für zwischendurch. Es gilt als schnell verfügbar, schmackhaft und unkompliziert. Viele dieser Gerichte enthalten aber jede Menge Kalorien und Fett und liefern darüber hinaus kaum wertvolle Nährstoffe. Essen Kinder zu viel und zu häufig davon, besteht die Gefahr, dass sie kaum noch merken, wann sie satt oder hungrig sind, und sie schnell ungewollt zunehmen.

Wie hoch der Fast-Food-Konsum bei Jugendlichen in Deutschland wirklich ist belegt die aktuelle RKI-Studie des Robert-Koch-Instituts: Fast jeder vierte Jugendliche in Deutschland hat einen hohen Konsum an Fastfood. Insgesamt 23 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen nehmen nach eigenen Angaben täglich mindestens zehn Prozent ihrer Gesamtenergie durch Fastfood wie Pizza, Döner oder Currywurst auf.

Fast Food schadet dem Gehirn und löst Depressionen aus

Zudem zeigt eine Studienreihe aus Australien, dass eine Vielzahl von Untersuchungen Hinweise darauf liefern, dass sich zu viel Fast Food nicht nur ungünstig auf die Figur auswirkt, sondern auch dem Gehirn schadet. Beobachtet wurde unter anderem, dass Zucker die Vergesslichkeit fördern und zu viel ungesundes Essen Aggressivität, Depressionen und Stress steigern sowie bestimmte Hirnareale schrumpfen lassen kann. Wie das Team um Stevenson nun berichtet, beeinflusst eine ungesunde Ernährungsweise den Hippocampus und lässt das Verlangen nach mehr steigen – selbst, wenn man eigentlich schon satt ist.

Damit wirkt sich schlechte Ernährung also nicht nur auf unseren Körper, sondern auch direkt auf unsere Stimmung aus. “Die Chemie im Darm ist der Chemie im Gehirn sehr ähnlich. Es ist also nicht verwunderlich, dass Dinge, die den Darm beeinflussen, auch das Gehirn beeinflussen können”, erklärt Dr. Cosmo Hallstrom, Experte für Depressionen.

Durch Werbung Konsum verdoppelt

Kinder, die Fast Food-Werbung sehen, essen rund doppelt so häufig Fast Food wie Kinder ohne derartigen Werbeeinfluss, wenn ihre Eltern selten Fast Food konsumieren. Darauf weist eine Langzeit-Studie mehrerer US-Universitäten mit 624 Kindern hin. Das Wissenschaftsbündnis „Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten“ (DANK) fordert schon lange, an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Produkte in Deutschland zu unterbinden. „Solche Werbung konterkariert alle Bemühungen, Kindern gesunde Ernährung zu vermitteln“, sagt Barbara Bitzer, DANK-Sprecherin und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft. „Selbstverpflichtungen der Industrie haben sich hier als wirkungslos erwiesen. Daher hilft nur ein Verbot, um Kinder vor dem gesundheitsschädlichen Einfluss von Werbung zu schützen.“

„Die Ergebnisse zeigen, dass Werbung Kinder sogar stärker beeinflussen kann als das gute Vorbild der Familie“, sagt Bitzer, „es ist nicht hinnehmbar, dass so alle Bemühungen von Eltern und Pädagogen für eine gesunde Kinderernährung zunichtegemacht werden.“

Auch die WHO empfiehlt ein Werbeverbot als wirksame Maßnahme gegen Übergewicht bei Kindern. „Wo Selbstregulierung nicht funktioniert, steht der Gesetzgeber in der Pflicht, wirksame Maßnahmen zum Schutz der kindlichen Gesundheit zu ergreifen.“

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