Warum Handschrift für Schüler so wichtig ist

Christiane Jurczik

Aus aktuellem Anlass, dem internationalen Tag der Handschrift am 23.Januar, sollte die Bedeutung der Handschrift besonders erwähnt werden. Handschrift ist elementar für erfolgreiches Lernen. Die Handschrift trainiert die motorischen Fähigkeiten und fördert das Gedächtnis. Diese positiven Auswirkungen sind gerade im Zeitalter der Digitalisierung nicht zu unterschätzen. Auch Tablets und Smartphones können die Handschrift nicht ersetzen.

Digitales Lernen und das Schreiben mit Stift und Papier schließen sich nicht aus. Die Mehrheit der Lehrkräfte ist sich einig, dass sich zwar die Medien ändern, die Handschrift aber bleibt. Handgeschriebene Nachrichten sind immer persönlicher. Manche Menschen sagen sogar, dass etwas, was mit der Hand geschrieben ist, vom Herzen kommt.

Und die Handschrift ist nicht nur deshalb gut, weil sie Aufmerksamkeit erregt, besonders in der heutigen technischen Welt. Nein, Wissenschaftler sagen auch, dass das Schreiben mit der Hand die kognitive Entwicklung fördert. Außerdem kann man sich Dinge besser merken, die man selber mit der Hand geschrieben hat. Im Gegensatz zum Getippten.

Die Handschrift zu lernen ist ein Grundstein – da sind sich Lehrer bundesweit einig.

Schreiben zu lernen mithilfe der Handschrift ist viel mehr als Erlernen von Schriftzeichen und jede Mühe wert. Das Gehirn kommt beim handschriftlichen Schreiben richtig in Gang. Gleich vier Bereiche in beiden Hirnhälften werden bei diesem Prozess beansprucht: Die Bewegung der Hand wird verarbeitet, die Erkennung der Grammatik und der Bedeutung eines Wortes und schließlich die Zusammenfassung der einzelnen Buchstaben in ganze Worte. Dafür ist ein massiver Umbauprozess in den Verschaltungen des Gehirns notwendig – und genau das können die Gehirne der Kinder besonders gut.

Das handschriftliche Schreiben ist ein motorischer und kognitiver Prozess, der dabei hilft, sich besser an das Geschriebene zu erinnern. Werden Buchstaben per Hand geformt sind damit im Gehirn Gedächtnisspuren angelegt, die wieder aktiviert werden, sobald die Kinder den Worten erneut begegnen (zum Beispiel in anderen Texten). Beim Tippen kommen solche Vorgänge nicht zustande, da die Bewegung des Tippens in keiner Beziehung zu der Form der Buchstaben steht.

Diesen Zusammenhang zeigen auch verschiedene Studien, in denen Studenten, die nur über den Computer Mitschriften verfassten, schlechtere Noten erhielten als Studenten, die mit Stift und Papier mitschrieben.

Auch Lesen und Schreiben lernen ist voneinander abhängig. Denn sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben lernen werden im Gehirn Informationen kodiert und wieder dekodiert– es handelt sich also bei beiden um das Ergebnis desselben geistigen Prozesses.

Also: Die Handschrift ist mehr als “nur” ein altes Kulturgut. Sie ist ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und eine bedeutende Grundkompetenz, die ebenfalls eng mit dem Lesen lernen verknüpft ist. Handschriftliches Schreiben hilft außerdem, sich Dinge besser zu merken.

Den internationalen Tag der Handschrift gibt es übrigens bereits seit 1977. Er wurde von der amerikanischen “Writing Instrument Manufacturers Association” ins Leben gerufen. Und der 23. Januar wurde gewählt, weil dies der Geburtstag von John Hancock war. Er war einer der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten.

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