Schlechte Noten als Schüler – schlechte Chancen im Job

Christiane Jurczik

Wer als Schüler schwache Leistungen bringt hat es auch in der Berufswelt schwer. Corona verschärft die Lage der Kinder und Jugendlichen.

Auch, wenn es Kinder gibt, die mit der Situation des Lernens zu Hause gut zurechtkommen. Für viele Kinder und Jugendliche gilt: Distanz-Lernen erschwert die Situation. Gerade Kinder und Jugendliche, die sich mit Selbstorganisation schwer tun, sind jetzt besonders gefordert. Alleine bei der Sache zu bleiben, wenn rundherum Ablenkungen da sind, ist auch für Erwachsene im Home Office eine Herausforderung. Die Kinder haben durch die Arbeit am Computer auch immer andere Möglichkeiten präsent, ob Computerspiele, Social Media oder Surfen im Internet.

Durch die Erschwernisse in Zeiten der Pandemie fallen die Leistungen der Schüler rapide ab. Das hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft und fördert den Fachkräftemangel.

Das MINT Nachwuchsbarometer 2021 zeigt, dass bereits in die frühe Bildung mehr investiert werden muss: Aktuell fehlen jedem vierten Kind die für die weiterführende Schule erforderlichen mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen. Während der Corona-Pandemie hat zudem die Digitalisierung entscheidenden Einfluss. Daher nimmt der bundesweite Trendreport das “Lernen im Lockdown” besonders in den Blick. Die Pandemie hat aber auch Auswirkungen auf die berufliche Bildung: Im Jahr 2020 wurden rund 21.000 MINT-Ausbildungsverträge weniger abgeschlossen als im Vorjahr, etwa ein Viertel davon coronabedingt. Zudem wird jedes fünfte MINT-Ausbildungsverhältnis in Deutschland abgebrochen.

Rund einem Viertel der Grundschulkinder fehlen die für die weiterführende Schule erforderlichen Kompetenzen in Mathematik. Zu diesem Ergebnis kommt das neue MINT Nachwuchsbarometer von Körber Stiftung und acatech. Ein dramatischer Befund, sagt Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung “Haus der kleinen Forscher”. Er kommentiert die Ergebnisse wie folgt:

“Von Erwachsenen höre ich oft: ‘In Mathematik war ich noch nie gut.’ Diese erlernte Angst vor Mathe lässt sich sogar neurowissenschaftlich nachweisen. Dabei ist unser Alltag voll von Zahlen, Mustern und Formen – und es macht Spaß, sie zu entdecken und zu erforschen. Diesen Spaß an Mathematik müssen wir Kindern bereits im Kita-Alter vermitteln. Nur so legen wir wichtige Grundlagen für ihren weiteren Bildungsweg. Und das noch, ohne es Mathematik zu nennen, sondern indem wir die mathematischen Fragen der Kinder im Alltag aufgreifen und damit ihr natürliches Interesse und ihre Begeisterung fördern.

Gründe für diese negative Entwicklung sehen die Studienautoren unter anderem in den Kompetenzen der Grundschulkinder. Ihrer Auffassung nach gibt es zu viele leistungsschwache MINT-Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Die Kompetenzen der Grundschulkinder im Vergleich zur EU und OECD seien mittlerweile sogar unterdurchschnittlich. So erreiche ein Viertel der Kinder nicht einmal die für die weiterführende Schule erforderlichen mathematischen Kompetenzen. In den Naturwissenschaften – in der Grundschule im Sachkundeunterricht integriert – sei diese Gruppe seit 2015 sogar angewachsen.

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