Pornos schon in der Kindheit

(DVCK e. V. – Aktion Kinder in Gefahr) Der Konsum von Pornografie steigt ins unermessliche – die Deutschen sind Weltmeister im Porno-Gucken! Die Verfügbarkeit kennt kein Alter und so sehen auch immer mehr Kinder und Jugendliche explizite Bilder die gar nicht für ihr Alter geeignet sind. Seit der Corona Krise wächst die Sorge, dass eine Generation Porno heranwächst – nicht unbegründet. Psychologen und Pädagogen warnen: Die ständige Konfrontation und Berieselung mit sexuellen Botschaften und Reizen verändert das Verhalten von Kindern, berichten die Wolfsburger Nachrichten am 27.05.21.

Schon im Grundschulalter steht vielen Kindern ein Smartphone zur Verfügung und somit steigt die Gefahr mit harter Pornografie und Gewalt konfrontiert zu werden. Vieles deutet darauf hin, dass der Konsum psychische und körperliche Folgen hat. Die meisten Kinder sehen bereits mit 12 Jahren ihren ersten Porno – es ist Teil ihres Alltags geworden.

Die Fakten sind besorgniserregend:

  • Weltweit besteht etwa ein Drittel aller gestreamter Internet-Daten aus sexuellen Inhalten.
  • Über den Globus verteilt stellen mehr als 370 Millionen Webseiten pornografische Inhalte zur Verfügung.
  • Die durchschnittliche Medien-Zeit von Jugendlichen in Deutschland liegt bei über sechs Stunden täglich.
  • Teenager (14/15 Jahre) geben an, im Durchschnitt bereits mit 12,7 Jahren zum ersten Mal Pornos gesehen zu haben – oft ungewollt.
  • Viele Kinder und Jugendluche starten durch die Pornofalle Smartphone völlig verunsichert in die eigene Sexualität.
  • Wissenschaftler vermuten, dass es sogar porno-indizierte Erektionsstörungen (PIED) gibt.

Die Filme stehen im Internet massenhaft frei zur Verfügung. Nun stellt sich die Frage ob das wirklich kostenlos ist oder ob unsere Kinder anders dafür bezahlen? Bezahlen sie etwa mit Gleichgültigkeit, Hartherzigkeit und Abstumpfung, Realitätsverlust, Verunsicherung was den eigenen Körper angeht, Abhängigkeit oder Kontrollverlust, Verrohung der Sprache bis zur Veränderung der Gehirnstruktur?

Und das sind die (Langzeit)-Folgen:

Wissenschaftler haben entdeckt, dass Kinder, die Pornografie sehen, bevor die Entwicklung ihres Gehirns einen ausreichenden Reifegrad erreicht hat, mit langwierigen und gefährlichen Folgen zu kämpfen haben, fasst safersurfing.org folgendermaßen zusammen:

  • Sie werden selbst früher sexuell aktiv. Eine Studie aus dem Jahr 2012 zeigte, dass Filme das sexuelle Verhalten von Jugendlichen beeinflussen. Je häufiger sie solchen Filmen ausgesetzt waren, umso früher hatten sie selbst ungeschützten Gelegenheitssex.
  • Eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich auf „high risk sex“ einzulassen, ebenso eine Abhängigkeit sexueller Art zu entwickeln.
  • Die Überzeugung, dass Ehe und Familie nicht wichtig oder erstrebenswert seien. Bei Pornografie geht es schließlich nicht um zwei Menschen, die sich lieben und ihr Innerstes miteinander teilen, sondern um ganz etwas Anderes. Das kann bereits Kinder dazu verleiten, zu glauben, dass dies die Normalität von Sexualität sei.
  • Ein falsches Verständnis von Sexualität, welches Kinder noch nicht verarbeiten können. In der Folge kommt es häufig zu Selbstbefriedigung, was sie wiederum dazu verleitet, zu glauben, ihnen gefiele Pornografie tatsächlich, während in Wahrheit ihr Körper instinkthaft auf etwas reagiert, das ihr Gehirn noch gar nicht verifizieren konnte.

Prävention und Aufklärung durch kompetente Eltern, die sich auch Zeit für Fragen nehmen – das wäre wünschenswert.

Foto: Foto de Niños creado por freepik – www.freepik.es

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