Cannabiskonsum und seine Folgen

Christiane Jurczik

Dass die Konsumenten von Cannabis immer jünger werden und der Konsum stetig steigt ist hinlänglich bekannt. Durch den Lockdown hat sich die Lage noch verschlimmert. Jetzt auch in Deutschland gesellschaftlich akzeptiert und verharmlost – es wird sogar über eine Legalisierung diskutiert.

Im vergangenen Jahr gaben in einer Umfrage des Bundesamtes für gesundheitliche Aufklärung immerhin 10 Prozent der Minderjährigen an, schon einmal gekifft zu haben. Bei den 18 bis 25-Jährigen waren es sogar über 40 Prozent – Tendenz steigend.

Was aber macht diese Droge mit den jungen Heranwachsenden? Wie wirkt sich das Kiffen auf Schule und Familie aus? Und: was macht es mit den Gehirnen, die noch nicht ausgereift sind? Ein schlechtes Gedächtnis und verminderte Aufmerksamkeit gehören wohl zu den bekannten Nebenwirkungen von Cannabis.

Derik Hermann, Psychiater und Chefarzt im Therapieverbund Ludwigsmühle in Landau in der Pfalz sagt: „Die Endocannabinoide haben eine wichtige Funktion bei der Steuerung der Hirn-Entwicklung.“ Das Gehirn entwickelt sich in zwei Phasen. Die erste im Mutterleib, wenn die Neurone gebildet werden und an die richtige Stelle wandern. Eine zweite Phase läuft während der Pubertät. Hermann: „Die Endocannabinoide steuern dann, welche Vernetzungen genau zwischen den Nervenzellen stattfinden und wo die Nervenzellen hinwandern müssen, um dann richtig in das Netzwerk eingebaut zu werden. Jetzt kann man sich vorstellen, wenn man in diese Steuerung von außen THC oder andere Cannabinoide dazu gibt, dann kommt es einfach zu einer Störung dieser Entwicklung.“

Vielen Langzeitstudien zufolge verschlechtert sich der IQ bei Kiffern um bis zu 8 Punkten!

Wie Kinderärzte im Netz und viele Fachkliniken berichten, sind die körperlichen Auswirkungen folgende: Gleichgültigkeit, Apathie, Persönlichkeitsstörungen, Schlafstörungen, weniger Leistung und Konzentration, Übelkeit, Zittern, unsicherer Gang, Herzrasen, Schwindel und Kreislaufkollaps.

Die sozialen und psychischen Folgen sind je nach Menge und Häufigkeit folgende:

  • psychische Abhängigkeit mit starkem Verlangen nach der Droge
  • Minderung der kognitiven Leistungsfähigkeit mit Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Entwicklungsverzögerungen in der Pubertät
  • Rückzug aus dem sozialen Umfeld bis hin zur Isolation mit Verlust des Arbeitsplatzes
  • Ausbruch von vorübergehenden bis zu mehrere Tage anhaltenden Psychosen z.B. mit Desorientierung, Halluzinationen, gestörtem Ich-Gefühl und Verfolgungswahn
  • Ausbruch einer Schizophrenie
  • körperliche Abhängigkeit mit Entzugssymptomen wie Unruhe, Nervosität, Ängsten oder Depression die körperliche Abhängigkeit ist bei Cannabis im Vergleich zur psychischen Abhängigkeit von untergeordneter Bedeutung
  • Verübung von Straftaten rund um den Cannabiskonsum (Cannabisdelikte)
  • Die Zahl der von der Polizei erfassten Straftaten im Zusammenhang mit Cannabiskonsum nahm stetig zu
  • Ein kleiner Teil der Konsumenten von Cannabis steigt später auf härtere Drogen um.

Weiter fanden Forscher des Londoner King’s College heraus, dass die Häufigkeit psychotischer Erkrankungen in europäischen Städten eine überdurchschnittlich hohe Rate hat in dem das Rauschmittel besonders viel des Wirkstoffs THC enthält. Also: Täglicher Konsum und hoher THC-Gehalt erhöhten die Wahrscheinlichkeit einer psychotischen Störung. Das Auftreten von Psychosen ist somit als proportionale Zuordnung zu verstehen – je mehr – desto häufiger die Erkrankung.

Fazit: Kiffer haben schlechtere Chancen in Schule und Beruf, schlechtere Noten und Zeugnisse, einen schlechteren Gesundheitszustand und sind in sozialen Verbänden und Familien selten eine konstante Verlässlichkeit. Beziehungen sind oft mit Hoffnungslosigkeit und Sinnfindung verbunden.

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