Smartphone löst Schlafstörungen bei Kindern aus

(DVCK e. V. – Aktion Kinder in Gefahr) Für das Wohlbefinden und die Regeneration ist ausreichend und guter Schlaf von zentraler Bedeutung – vor allem für Kinder und Jugendliche – auch die Entwicklung der Heranwachsenden läuft während des Schlafens ab.

Jetzt zeigt eine aktuelle Studie deutlich wie schlecht Kinder schlafen wenn sie abends mit dem Smartphone zu Bett gehen. Das berichten dänische Forscherinnen nach einer Überblicksstudie im Fachblatt „BMC Public Health“. Für eine deutsche Expertin unterstreichen die Ergebnisse, dass derartige Medien nachts nicht in das Kinderzimmer gehören. Wie Merkur.de am 15. Oktober 2021 berichtet, wertet nur ein Team der Süddänischen Universität systematisch Studien zur Beziehung zwischen Medienkonsum und Schlaf aus.

Die Wissenschaftlerinnen untersuchten 49 Studien aus den Jahren 2009 bis 2019, an denen jeweils zwischen 55 und knapp 370.000 Kinder im Alter bis 15 Jahren teilnahmen. Demnach war die Nutzung elektronischer Medien mit einer kürzeren Schlafdauer verbunden, und dieser Zusammenhang zeigte sich bei Kindern im Alter von 6 bis 15 Jahren stärker als bei Jüngeren.

Bei Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren wurden die Bildschirmnutzung mit Einschlafproblemen und die Nutzung sozialer Medien mit einer schlechten Schlafqualität in Zusammenhang gebracht.

Zusammenfassend sagt die Psychologin Tanja Poulain vom Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen: „Einige der aufgeführten Studien zeigen auch explizit Zusammenhänge zwischen der Smartphone-Nutzung in der Nacht und mangelnder Schlafqualität. Das unterstreicht noch einmal, dass gerade diese Geräte, die überall abgelegt werden können und in der Nacht nicht ausgeschaltet werden, den Schlaf beeinträchtigen können.“

Die Studie ergab unter anderem, dass die Nutzung von Bildschirmmedien wie ein Teufelskreis wirken könne: „In unserer Studie konnten wir zeigen, dass die Tagesmüdigkeit zum ersten Erhebungszeitpunkt beispielsweise den Fernsehkonsum ein Jahr später voraussagt.“ Kinder, die mehr Medien nutzten, schliefen schlechter – gleichzeitig würden Kinder, die schlechter schliefen und entsprechend tagsüber müde seien, eher dazu neigen, mehr Medien zu nutzen, so die Psychologin: „Vielleicht sind diese Kinder für andere Aktivitäten wie etwa Sport zu müde.“

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