Lesen ist nicht gleich lesen

(DVCK e.V. – Aktion Kinder in Gefahr) Die katastrophalen Zustände unter der Corona Pandemie haben dazu geführt, dass immer mehr Kinder schlecht oder sehr schlecht lesen können. Aber auch schon vor dem Lockdown waren unsere Kinder demotiviert was das Thema lesen angeht.

Die Gründe sind vielfältig haben aber primär mit der Digitalisierung zu tun: Texte werden nur noch überflogen, digitale Bücher verleiten zum Datteln und enthalten oft Ablenkungen wie Werbung oder Spiele (oft auch getarnt als Umfragen…).

Wie der Spiegel im Mai 2021 berichtet, können Digitale Medien zur Gefahr für die Lesekompetenz werden. Die Sonderauswertung einer Pisastudie zum Thema lesen zeigt, dass Jugendliche nur noch lesen wenn sie müssen – egal ob diese gedruckt oder digital abrufbar sind. Dies gilt für Jungen und Mädchen gleichermaßen, und es spielt auch keine Rolle, welche weiterführende Schule sie besuchen.

Weiter überrascht besonders ein Resultat der Sonderauswertung: Schulkinder die E-Books lesen haben die gleiche Lesekompetenz wie Schüler die selten oder nie Bücher lesen! Vor allem bei Schülerinnen und Schülern aus ungünstigen sozioökonomischen Verhältnissen sind gedruckte Bücher sinnvoller als multimediale Bücher.

Lesen gehört zum Wichtigsten, was in der Schule gelehrt wird. Daran besteht kein Zweifel. Das beschränkt sich nicht nur auf den Deutschunterricht. Man muss als Schüler schließlich in jedem Gegenstand Texte aus Schulbüchern lesen und sich die Inhalte einprägen.

Warum also die Unterschiede zwischen analog und digital entstehen, erklärt Kognititionswissenschftlerin und Professorin der Uni Kalifornien folgendermaßen: Lesen muss individuell erlernt werden; dabei verbinden sich Hirnregionen und kognitive Systeme wie das Seh- und Sprachvermögen zu einemkomplexen Schaltkreis. Je länger man übt, desto stärker werden die Abläufe automatisiert. So lange bis man mühelos Texte entziffern und verstehen kann.

Wer ein Buch zur Hand nimmt, will das meist in Ruhe lesen. Am Rechner hingegen geht es darum, Informationen zu sammeln. Am Bildschirm liest man nicht mehr Zeile für Zeile. Es werden Anfänge erfasst und der Rest wird überflogen. Dies hat zur Folge dass zwar schneller gelesen wird, dem Gehirn aber dadurch kostbare Sekunden fehlen, um das Gelesene zu erfassen und zu behalten.

Darum ist Vorlesen in Kitas so wichtig

Stiftung Lesen schreibt: Insgesamt schätzen 41 Prozent der pädagogischen Fachkräfte, dass mehr als einem Drittel der von ihnen betreuten Kinder zu Hause nicht vorgelesen wird. Als mögliche Gründe dafür nennen Fachkräfte neben der Nutzung anderer Medien sowie fehlender Zeit und Lust auch eingeschränkte (Vor-)Lesefähigkeiten, wenig Erfahrung sowie Unsicherheiten der Eltern.

Liebe Eltern: Die Advents- und Weihnachtszeit ist geradezu prädestiniert um Kindern Geschichten vorzulesen – wenn es selbst an Lesekompetenz mangelt – es kann auch eine Geschichte ohne Buch erzählt werden. Wie wäre es mit der Weihnachtsgeschichte? Egal, Hauptsache digitale Medien einfach mal ausschalten.

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