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Mehr Ängste bei Kindern und Jugendlichen durch Pandemie

(DVCK e.V. – Aktion Kinder in Gefahr) Die internationale Studienlage ist eindeutig: Angst- und Essstörungen sowie Depressionen haben in der Pandemie bei Kindern und Jugendlichen deutlich zugenommen. Gleichzeitig hat sich die Zeit, die Kinder und Jugendliche am Handy verbringen, extrem gesteigert. Damit verbunden ist der Bewegungsmangel. Viele Kinder sind schon zu dick und sie leiden auch darunter. Nicht selten sind sie Mobbing oder Cybermobbing ausgesetzt.

Vier von fünf der befragten Kinder und Jugendlichen fühlen sich durch die Corona-Pandemie belastet. Ihre Lebensqualität hat sich im Verlauf der Pandemie weiter verschlechtert. Sieben von zehn Kindern geben in der zweiten Befragung eine geminderte Lebensqualität an. Wie schon während der ersten Befragung, leidet fast jedes dritte Kind auch zehn Monate nach Beginn der Pandemie noch unter psychischen Auffälligkeiten. Ängste und Sorgen haben bei den Kindern im Vergleich zur ersten Befragung noch einmal deutlich zugenommen. Sie zeigen zudem häufiger depressive Symptome sowie psychosomatische Beschwerden.

Auch Vergleichsstudien aus Kanada und Australien zeigen, dass besonders in den Lockdown-Zeiten ein extremer Anstieg dieser Symptome zu verzeichnen ist. Fachleute und Ärzte berichten von Erlebnissen in ihren Praxen: vor allem leiden die Kinder unter Selbstwertkrisen, fehlendem Kontakt zu Freunden, Körperschemastörungen, zahlreichen Ängsten und depressiven Stimmungen.

Die Symptome äußern sich oft durch Stress, verschiedene Ängste, z. B. Schulangst, Verlustangst oder Zukunftsangst. Auch Lustlosigkeit macht sich breit, verbunden mit Traurigkeit, Interessenverlust und sozialem Rückzug. Nicht selten kommen körperliche Symptome dazu, wie z. B. Übergewicht durch ungesunde Ernährung und Mangel an Bewegung, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit.

Die Ursachen sind klar: fehlende Tagesstrukturen z. B. der tägliche Weg zur Schule und damit einhergehende fehlende soziale Kontakte durch Homeschooling, kein Sport im Verein oder Treffen mit Freunden, Angst vor der Zukunft und unsichere Perspektiven auch in Bezug auf Schulabschluss oder Ausbildung. Oft gibt es im Alltag Streit mit Geschwistern oder Eltern, es gibt für sie keine oder sehr wenige Erfolgserlebnisse und nicht zu unterschätzen: Der erhöhte Medienkonsum.

Dass infolge der Coronapandemie vor allem die psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen angestiegen sind, zeigt sich auch in den Praxen der Kinder- und Jugendärzte. „Wir sehen dabei ein großes Spektrum: auffälliges Sozialverhalten, aggressives Verhalten insbesondere bei Jungs und internalisierendes Verhalten bei Mädchen bis hin zu emotionalen Anpassungsstörungen“, sagt der Präsident des bvkj, Dr. med. Thomas Fischbach, dem Deutschen Ärzteblatt. „Ich musste zuletzt mehrere meiner Patienten in eine Jugendpsychiatrie einweisen.“ Viele dieser Kinder hätten ihre innere Mitte verloren.

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