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Studie enthüllt alarmierende Ausmaße von Gewalt und Ausgrenzung unter Grundschülern

(DVCK e.V. – Aktion Kinder in Gefahr) Kinder sind oft Opfer von Gewalt und Ausgrenzung in Schulen, so eine neue Untersuchung der TU Dortmund, die Daten aus der Iglu-Studie auswertete.

In der repräsentativen Erhebung von 2021 wurden Viertklässler befragt, wie oft sie in der Schule mit dissozialem Verhalten konfrontiert waren, wie Beschimpfungen, Lügen, körperliche Übergriffe oder Diebstahl. Etwa die Hälfte der Kinder gab an, dass sie bereits ausgegrenzt oder beschimpft wurden, während fast die gleiche Anzahl von Kindern physische Gewalt erlebt hat, wie Schubsen, Schlagen oder Treten. Besorgniserregend ist, dass mehr als ein Zehntel der Kinder angab, mindestens einmal pro Woche solchen Übergriffen ausgesetzt zu sein.

Obwohl Online-Mobbing seltener auftritt, waren etwa zehn Prozent der Grundschulkinder von der Verbreitung beleidigender oder verletzender Informationen über sich betroffen, und etwa 17 Prozent erhielten gemeine oder verletzende Nachrichten. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt werden Kinder in Deutschland etwas häufiger Opfer von körperlicher Gewalt, während Lügen über sie etwas seltener verbreitet werden. Diese Erfahrungen beeinträchtigen sowohl das Wohlbefinden als auch die schulischen Leistungen der Kinder negativ, so das Forschungsteam. Besonders die Lesekompetenz wurde untersucht, wobei festgestellt wurde, dass Kinder, die weniger mit dissozialem Verhalten konfrontiert sind, im Durchschnitt eine höhere Lesekompetenz aufweisen.

Es ist jedoch unklar, ob ein Zusammenhang zwischen beiden besteht. Die internationale Vergleichsstudie zeigt, dass Kinder in anderen EU-Ländern ähnliche Erfahrungen mit dissozialem Verhalten machen wie in Deutschland. Dennoch ist der Unterschied in der Lesekompetenz zwischen Kindern mit viel und wenig Erfahrung mit dissozialem Verhalten in Deutschland im EU-Vergleich am größten. Die Forscher betonen die Notwendigkeit, Strategien zur Prävention von dissozialem Verhalten an Schulen zu fördern. Langfristig könnten solche Maßnahmen nicht nur das Wohlbefinden der Schüler verbessern, sondern auch zu einer positiveren Entwicklung der schulischen Leistungen, wie der Lesekompetenz, beitragen, so Studienleiterin Nele McElvany.

Es ist an der Zeit, dass Deutschland Maßnahmen ergreift, um Gewalt und Ausgrenzung in Schulen effektiv entgegenzuwirken und so eine sicherere und unterstützende Umgebung für alle Kinder zu schaffen.

Wir dürfen nicht erwarten, dass die Politiker sich mit dieser Katastrophe von sich aus auseinandersetzen. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie heute unseren Appell „Aktionsplan gegen die Verwahrlosung der Kindheit“ unterschreiben: https://www.aktion-kig.eu/aktionsplan-gegen-die…/

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