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Fast die Hälfte der Lehrkräfte meldet Gewaltvorfälle bei Schülern

Maximilian Klieber

Eine aktuelle Studie des Deutschen Schulbarometers zeigt, dass fast die Hälfte der Lehrkräfte in Deutschland mit Gewalt an ihren Schulen konfrontiert ist. Laut der repräsentativen Umfrage der Robert-Bosch-Stiftung gaben 47 Prozent der befragten Lehrer an, dass sie psychische oder physische Gewalt unter den Schülern an ihrer Schule in problematischem Ausmaß wahrnehmen.

Die Ergebnisse der Studie deuten auch darauf hin, dass Gewaltvorfälle das Burnout- und Stressrisiko für Lehrkräfte erheblich erhöhen. Mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) gab an, sich mehrmals pro Woche emotional erschöpft zu fühlen, insbesondere jüngere und weibliche Lehrkräfte sowie Lehrkräfte an Grundschulen.

Insbesondere an Brennpunktschulen häufen sich Gewalttaten. Prügeleien und Bedrohungen durch aggressive Eltern sind dort keine Seltenheit.

Die Umfrage identifizierte zudem die Bewältigung des Schülerverhaltens als größte berufliche Herausforderung für Lehrkräfte, gefolgt vom Umgang mit heterogenen Klassen, in denen die Schüler unterschiedliche Lernhintergründe, kulturelle Herkünfte und möglicherweise besondere Förderbedarfe haben.

Der Personalmangel an Schulen wurde von 41 Prozent der Befragten als drängendstes Problem identifiziert. Dagmar Wolf von der Robert-Bosch-Stiftung bezeichnete die Ergebnisse der Umfrage als bezeichnend für ein “krankes System”.

Experten schätzen, dass in Deutschland Zehntausende Pädagogen fehlen, was zu Unterrichtsausfällen, gekürzten Stundenplänen und größeren Lerngruppen führt. Die langjährige Bewältigung der Folgen dieses massiven Personalmangels belastet Lehrkräfte zunehmend.

Ein weiterer dringender Handlungsbedarf besteht laut der Umfrage in der Sanierung und Renovierung maroder Schulgebäude, was von 35 Prozent der Befragten betont wurde. Dieser Bedarf ist in allen Regionen und sozialen Schichten gleichermaßen vorhanden.

Die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers, das Lehrkräfte an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland befragte, verdeutlichen den alarmierenden Zustand des Bildungssystems. Trotz einer überwiegend zufriedenen Lehrerschaft (75 Prozent) erwägt fast ein Viertel der Befragten (27 Prozent), den Beruf zu wechseln, wenn sie könnten.

Die Vorsitzende des Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, kommentierte die Umfrageergebnisse gegenüber dem Berliner “Tagesspiegel” mit Bestürzung über das wachsende Ausmaß von Gewalt an Schulen und betonte die Notwendigkeit von Investitionen in Bildungseinrichtungen, um dem zunehmenden Stress entgegenzuwirken.

Auch Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) äußerte sich besorgt über die Ergebnisse und betonte die Dringlichkeit, im Bildungswesen zu handeln, um den wachsenden Herausforderungen zu begegnen.

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